Der Käfig

Es gab mal einen Pastor, der hieß George Thomas. Er lebte in einer kleinen Stadt in Neu-England. An einem Sonntagmorgen, es war Ostern, kam er mit einem rostigen, verbogenen, alten Vogelkäfig in die Kirche. Er ging nach vorn und stellte ihn auf die Kanzel. Die Gottesdienstbesucher runzelten die Stirn. Und als ob er ahnte, was sie dachten, begann Pastor Thomas seine Predigt:

“Als ich gestern durch die Stadt ging, kam mir ein Junge mit diesem Vogelkäfig entgegen. Er schwenkte ihn hin und her. Auf dem Boden saßen drei kleine Wildvögel, die vor Angst und Kälte zitterten. Ich hielt den Jungen an und fragte: “Was hast du denn da?” “Nur ein paar alte Vögel”, antwortete der. “Und was willst du mit ihnen machen?” – “Ich nehme sie mit nach Hause und will Spaß mit ihnen haben”, erwiderte der Junge. “Ich werde sie quälen, ihnen die Federn ausreißen und sie dazu bringen, dass sie miteinander kämpfen. Das wird lustig!” “Aber das wird jedoch sicher zu langweilig werden. Was machst du dann mit ihnen?” “Oh, ich habe ein paar Katzen”, antwortete der kleine Junge, “die mögen Vögel. Ich werde sie Ihnen geben.” Ich schwieg einen Moment. “Wie viel willst du für sie haben?” “Häh? Wieso? Was wollen Sie mit diesen Tieren? Das sind doch ganz stinknormale Feldvögel. Sie singen nicht. Sie sind noch nicht einmal besonders hübsch!” “Wie viel?”, fragte ich zum zweiten Mal. Der Junge sah mich an, als ob er verrückt geworden wäre, und sagte: “Zehn Dollar!” Ich griff in meine Tasche, holte einen Zehndollarschein heraus und drückte ihn dem Jungen in die Hand. Er verschwand damit, schnell wie der Blitz. Ich hob den Käfig auf und trug ihn behutsam bis zum Ende der Straße, wo einige Bäume standen, und sich ein kleiner Flecken Gras befand. Dort setzte ich den Käfig ab, öffnete die Tür, klopfte sanft gegen die Gitterstäbe, um die Vögel zum Rausfliegen zu überreden – und ließ sie frei.”

Nun, das erklärte den Vogelkäfig auf der Kanzel. Doch offenbar war der Pastor noch nicht fertig mit seiner Predigt. Er fügte noch eine weitere Geschichte hinzu: Eines Tages hatten Satan und Jesus eine Unterredung miteinander. Hämisch grinsend rieb sich Satan die Hände und prahlte: “Haha, ich habe da unten gerade die ganze Welt voller Menschen gefangen. Hab eine Falle gebaut, hab einen Köder benutzt, dem sie nicht widerstehen konnten, hab sie alle gekriegt!” “Und was hast du mit Ihnen vor?”, fragte Jesus. Satan erwiderte: “Oh, ich werde meinen Spaß mit ihnen haben! Ich werde ihnen beibringen, zu heiraten und sich dann wieder scheiden zu lassen, sich zu hassen und sich gegenseitig zu missbrauchen, zu rauchen, zu trinken und zu fluchen. Ich werde sie lehren, wie man Gewehre und Bomben erfindet und sich gegenseitig umbringt. Ich werde eine Menge Spaß haben!” “Und dann? Was wirst du tun, wenn du mit ihnen fertig bist?”, fragte Jesus. “Dann werde ich sie töten”, strahlte Satan stolz. “Wie viel willst du für sie haben?”, fragte Jesus. “Oh nein, du willst diese Leute doch nicht wirklich haben? Die taugen zu nichts. Wenn du sie nimmst, werden sie dir nicht etwa danken, sondern dich nur hassen. Sie werden dich bespucken, dich verfluchen und dich töten. Nein, nein, du willst diese Leute doch nicht wirklich haben!” “Wie viel?”, fragte der Sohn Gottes noch einmal. Satan sah Jesus an, grinste höhnisch und sagte: “Dein Blut, deine Tränen und dein Leben!” “Abgemacht!”, sagte Jesus. Dann bezahlte er den Preis.

Der Pastor nahm den Käfig in die Hand und verließ die Kanzel.

Autor unbekannt und unwichtig.

Überall falsche Propheten!

Ich höre gerade zum x-ten Mal in den letzten paar Monaten eine Predigt von jemandem mit einem großen Dienst, der sinngemäß sagt:

Lest euch mal Mt. 24, 24 durch. Ich sage euch, daß … solch ein falscher Prophet ist! Diese Person kommt direkt aus der Hölle, geht nicht zu deren Gottesdiensten!

Mittlerweile kann ich diese Bibelstelle und sämtliche Predigten darüber nicht mehr hören. Wieso? Weil es mittlerweile Mode geworden zu sein scheint, über Mt. 24, 24 zu predigen und alle möglichen Leute als falsche Propheten zu beschimpfen. Ich habe nicht genug Finger um all die Prediger zu zählen, die von einem anderen Prediger sagen, er ist ein falscher Prophet. Das Komische: Diese Prediger beschuldigen sich alle untereinander! Diese Prediger bilden fast ein Netzwerk von Leuten, die sich alle gegenseitig beschuldigen. Irgendetwas kann daran also nicht stimmen…

Mir scheint, als wenn man heutzutage einfach jemanden als falschen Propheten beschuldigt, wenn derjenige etwas sagt/macht, was einem nicht gefällt. Anstatt mit demjenigen zu reden oder so, sagt man "… ist ein falscher Prophet". Ich meine, das ist doch keine kleine, leichte Beleidigung! Man sagt damit, daß derjenige dem Teufel dient (1. Johannes 4, 3), ich wäre damit also eher vorsichtig – nicht so diese Leute.

Hinzu kommt, daß man ziemlich einfach beurteilen kann, ob jemand ein (im Sinne des neuen Testaments) falscher Prophet ist: 1. Johannes 4, 1-3 (Schlachter 2000):

1 Liebe Freunde, glaubt nicht jedem, der behauptet, seine Botschaft sei ihm von Gottes Geist eingegeben, sondern prüft, ob das, was er sagt, wirklich von Gott kommt. Denn in dieser Welt verbreiten jetzt zahlreiche Lügenpropheten ihre falschen Lehren.
2 An Folgendem könnt ihr erkennen, ob jemand sich zu Recht auf Gottes Geist beruft: Wer sich zu Jesus Christus als zu dem bekennt, der ein Mensch von Fleisch und Blut geworden ist, hat den Geist, der von Gott kommt.
3 Wer sich nicht zu Jesus bekennt, hat nicht den Geist, der von Gott kommt. Aus ihm spricht vielmehr der Geist des Antichrists. Ihr habt ja gehört, dass dieser ´Lügengeist` in die Welt kommen wird, und inzwischen ist er bereits da.

Nach dieser Bibelstelle ist keiner, der bekennt, daß Jesus Christus / Yeshua Ha’Maschiach als Mensch auf die Welt gekommen ist und daß er zu ihm gehört, ein falscher Prophet. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, daß man über einen Jünger Jesu sagt, er hat den Geist des Antichristen statt den Heiligen Geist. Ich glaube nicht, daß Jesus das ohne Strafe über einen der Seinen sagen läßt…

Ich sage nicht, daß alles richtig ist, was jemand sagt, der als falscher Prophet beschuldigt wird. Aber wenn man etwas Falsches sagt, wird man laut Bibel kein falscher Prophet. Weiterhin fällt mir auf, daß die die jemanden als falschen Propheten beschuldigen, nur seeeehr selten ihre Behauptung mit Bibelversen untermauern. Sehr häufig kann ich innerhalb von Minuten ein dutzend Bibelstellen zusammensuchen, die die Behauptung widerlegen. (Und ich habe keine Bibelschule besucht…) Sollte man überhaupt in Erwägung ziehen, so eine schwere Anschuldigung auszusprechen, wenn man nicht Bibelstellen zu Untermauerung hat / sagt? Ich denke nicht!

Kann es sein, daß (bewußt oder unbewußt) viele Prediger versuchen, unmündige Christen an ihren Dienst, ihre Art des Glaubens, ihre … zu binden? Das scheint mir eher der Fall zu sein! Inzwischen bin ich durch die Häufigkeit dieser Behauptungen so genervt, daß ich dazu neige, Predigten/Lehren von solchen Diensten gar nicht mehr zu hören.

Meine persönliche Meinung, wie man wirklich einen falschen Propheten erkennen kann? Zum Einen über 1. Johannes 4, 1-3, was ich oben schon schrieb. Aber nicht immer findet man solch eine Aussage (oder das Gegenteil), um sicher zu gehen. In solch einem Fall stelle ich mir ein paar Fragen:

  1. Gibt die Botschaft Gott die Ehre?
  2. Komme ich durch die Botschaft näher zu Gott / wird meine Beziehung zu Gott dadurch besser?
  3. Wird Yeshua’s Werk erniedrigt/gering geschätzt?

Wenn ich die Fragen 1 und 2 mit Ja und Frage 3 mit Nein beantworten kann, steht (für mich persönlich!) ziemlich fest, daß derjenige kein falscher Prophet ist. Es ist möglich, daß derjenige falsche Lehre vertritt oder Schwächen hat oder in Sünde lebt, aber das macht denjenigen nicht, wie bereits gelesen, zu einem falschen Propheten. Dies Fragen haben Fehler / sind unvollständig, aber eine grobe Einteilung sollte damit möglich sein. Aber: Selbst wenn man die erste oder zweite Frage mit Nein beantworten muß, ist derjenige noch kein falscher Prophet! Es kann auch einfach sein, daß der Prediger gerade nicht nah bei Gott ist oder sich irrt oder man selber nicht nah bei Gott ist. Laut 1. Johannes 4 ist derjenige dadurch noch kein falscher Prophet.

Ich hoffe, diese "überall falsche Propheten"-Welle hört bald wieder auf, ich bin genervt.

unbiblische Aufträge des Heiligen Geistes?

Ich möchte hier mal etwas zu Matthäus 12, 1-8 schreiben. In den Versen geht es darum, daß die Jünger am Sabbat Verbotenes tun: Getreide ernten (und es essen).

Die Pharisäer waren wahrscheinlich reichlich verwirrt, als Jesus Ihnen erklärte, warum Sie es dürfen. Immerhin haben Sie die ganze Zeit im Gesetz gelesen, daß man am Sabbat nichts ernten / arbeiten darf. Ich glaube, manchmal sagt einem Heiliger Geist ähnliche Dinge. Wir glauben dann, das kann nicht Heiliger Geist sein, da es ja unbiblisch ist. Und halten uns dabei für ach-so-schlau.

Allerdings ist das nicht unbedingt ein Argument.

  • Denn zum Einen kann man die Bibel auch immer nicht ganz verstanden haben oder etwas nicht wissen. Ähnlich, wie die Pharisäer, die zwar das Gesetz kannten, aber nicht wußten, daß Jesus größer ist als der Tempel und seine Jünger Priester sind. (Es ist aber auch verständlich, daß Sie das nicht wußten…) Wir denken zwar manchmal, wir wissen alles, aber wenn man beachtet, wie sich die Leute damals über Jesus’ überragendes Schriftverständnis gewundert haben… ( Und das, obwohl sie Gelehrte hatten, die Ihr ganzes Leben lang nur die Schrift studierten. ) …dann sollte man in Betracht ziehen, daß es doch der Heilige Geist ist und daß er Recht hat.
  • Zum Anderen handelt Gott selber manchmal wider seine eigenen Gesetze und Regeln. Man denke nur an Hosea, der eine Hure heiraten sollte – eigentlich hatte Gott für Ehebrecher die Steinigung vorgesehen, stattdessen sagt Gott Hosea er soll sie heiraten… Gott selber kann auch wider seine eigenen Gesetzte und Regeln handeln, da er sie ja als Schutz, Anleitung, … für uns gemacht hat. Natürlich begibt man sich damit auf dünnes Eis, wenn man das hier sagt, aber ich muß es trotzdem erwähnen. Leider benutzen viele Leute diese Aussagen, um ihre Sünden zu rechtfertigen – das so etwas nicht korrekt, biblisch und von Gott ist, muß ich hier hoffentlich nicht erklären. Nichtsdestotrotz handelt Gott manchmal im begrenzen Rahmen wider seine Regeln.

Wir können daraus also schließen, daß man nicht unbedingt anhand von Regeln beurteilen kann, ob etwas von Heiliger Geist ist. Was sollte man stattdessen tun? Lernen, seine Stimme zu kennen. Wenn man sich durch seine Stimme und Nähe so sicher ist, daß es Heiliger Geist ist, dann braucht man seine Aussagen/Aufträge nicht infrage stellen.

Sehr passend ist auch diese Aussage Bill Johnsons:

It’s difficult to get the same fruit as the early church when we value a book they didn’t have more than the Holy Spirit they did have.

Auf deutsch:

Es ist schwierig, die gleiche Frucht zu bekommen wie die frühe Gemeinde, wenn wir ein Buch, das sie nicht hatten, mehr wertschätzen als den Heiligen Geist, den sie hatten.

Das kann einen sehr zum Nachdenken bringen. Die frühe Gemeinde hatte bis heute ungeschlagene Wachstums- und Wunderraten. Obwohl (oder gerade weil? …) sie das Neue Testament nicht hatten und viele noch nicht einmal das Alte Testament. Sie waren angewiesen auf Heiliger Geist und das hat sie so "erfolgreich" (eigentlich unpassendes Wort) werden lassen.

Man kommt also letztendlich wieder zum üblichen Schluß… Sorry, Leute, keine neue Erkenntnis hier: Die Nähe und Intimität Gottes ist die Lösung für Fragwürdiges. Unersetzlich.

Jesus nachfolgen ist keine Religion

Jesus nachfolgen / Glaube an JHWH ist keine Religion. Lesen wir uns den ersten Satz von Wikipedia durch:

Als Religion (lat: religio, zurückgeführt auf religere, „immer wieder lesen“, oder religare, „zurückbinden“) bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. (Quelle: Wikipedia)

Es geht bei der Nachfolge Jesus / den Glauben an JHWH weder um ein kulturelles Phänomen, das uns beeinflußt, noch um eine einfache Weltanschauung. Bei der Nachfolge von Jesus geht es um Folgendes:

Dem einzig existierenden Gott JHWH sein Leben zu geben (ganz praktisch), seinen Worten zu glauben und im Alltag das zu tun, was er möchte.

Daher möchte ich hier mal Folgendes schreiben:

In dem Moment in dem man einen interreligiösen Dialog eingeht, hat man die Nachfolge Jesu (& den Glauben an JHWH) falsch verstanden und ist kein Nachfolger Jesu mehr, sondern ein Mitglied der daraus entstandenen Religion: dem Christentum. Die Nachfolge Jesu ist im Original absolut unvereinbar mit jeder anderen Religion & jedem anderen Weltbild, sondern hat Absolutheitsanspruch.
Sobald Jesus nachfolgen mit anderen Religionen / Weltbildern vereinbar "gemacht" worden ist, ist es zur Religion verkommen & per biblischer Definition falsch.

Noch ein paar Anmerkungen zu meinem Statement hier:

  1. In diesem Zusammenhang meine ich mit "dem Christentum" die tote Religion, die aus den aktiven Nachfolgern Jesu hervorgegangen ist.
  2. Das "zur Religion verkommen" meine ich so negativ, wie es sich anhört. Ich habe nichts übrig dafür.
  3. Wer Bibelstellen bezüglich des Absolutheitsanspruches möchte, hier nur eine:
    … Es gibt keinen Gott, der vor mir erschaffen worden wäre und auch nach mir wird es keinen geben. Ich allein bin der Herr, es gibt keinen anderen Retter. Ich habe es selbst verkündigt und es euch wissen lassen. Dies kann man von dem fremden Gott, den ihr bei euch habt, nicht behaupten. Ihr seid meine Zeugen, dass ich der einzige Gott bin«, spricht der Herr. (Jesaja 43, 10b-12, Neues Leben)

one hundred push ups

Ich habe soeben mit one hundred push ups angefangen. Jetzt grad tun mir die Arme weh, bin mal gespannt wie’s weitergeht. :)

Etwas seltsam ist, daß ich beim initialen Exhaustion Test 13 Push ups geschafft habe, aber noch während des ersten Tests zur Spalte für 6-10 Push ups wechseln mußte… Entweder habe ich also zuviel für meine Leistung geschafft beim Initial Test oder die Spalten sind sehr knallhart dimensioniert…

Wie auch immer, Insgesamt habe ich heute 30 Push ups geschafft, das ist schon mal etwas. Jetzt brauche ich nur etwas Disziplin…

Spenden für Dienste und deren Missbrauch

Ich habe dieses Wochenende folgendes im Internet entdeckt:

Jesse Duplantis Investigation

OK, zugegeben, ich reagiere in Geldangelegenheiten sowieso ziemlich empfindlich, aber DAS ist zuviel!
Viele amerikanische Fernsehprediger predigen ja sowieso dieses Wohlstandsevangelium. Diese falsche Lehre zu verbreiten ist schon schlimm genug. Aber sich auf Kosten der gutgläubigen und hilfsbereiten Christen zu bereichern, da platzt mir fast der Kragen!

Nur, um hier mal eine kleine Übersicht zu verschaffen, worüber ich mich aufrege:

  • Kenneth Copeland besitzt eine Villa mit einem 1600m² Grundstück am See, mehrere Rolls Royce, eine Flotte Harley Davidson, Privatjets (u.a. einen 20 Mio $ Jet) und einen eigenen Flughafen – auf Kosten des Dienstes…
  • Benny Hinn hat von 2000 – 2002 Geld für ein 30Mio $ ‘World Healing Center’ gesammelt, welches er bauen wollte – gebaut wurde es dann aber doch nicht… ???
  • Benny Hinn hat eine Armee von Bodyguards (wozu???), eine 12 Mio $ Hacienda direkt am Meer, fliegt mit seinem Privat-Jet zum Schnorchel-Urlaub auf den Cayman-Inseln, übernachtet in Präsidenten-Suiten für 10800$ pro Nacht in Italien und in 15000$ pro Nacht-Suiten in Griechenland.
  • Jesse Duplantis lässt sich eine 3200m² Villa bauen, davon 1200m² für die Garage, inklusive 5 Schlafzimmer, 7 Bäder und Heimkino (…). Außerdem hat sein Dienst einen 18 Mio $ Privat-Jet (!) mit dem er u.a. zum Urlaub nach Hawaii fliegt, alleine das kostet ca. 40000$. Diverse private Trips nach Las Vegas, Canada und England sind auch dabei. Natürlich auch alles auf Kosten des Dienstes.

Das sind nur Beispiele (nachzulesen z.B. bei der Trinity Foundation), aber alleine das ist schon krass genug. Interessant ist auch, daß alle diese Dienste ihre Finanzen nicht offenlegen und Untersuchungen von Behörden/FBI laufen haben! Ein christlicher Dienst hat meines Erachtens nichts zu verstecken, erst recht nicht bei den Finanzen. Es muß auch die Frage erlaubt sein, ob sie Gott oder dem Mammon dienen. Und beidem kann man laut Bibel ja nicht dienen…

Die Gemeinde in der Apostelgeschichte (2, 43-46) hat komplett anders verfahren. Diese Leute haben die Versprechen über Wohlstand von Gott weder auf Geld, noch auf sich als Individuum bezogen. Stattdessen haben sie alles geteilt und so den versprochenen Wohlstand von Gott auf den ganzen Leib Christi projiziert und praktiziert. Meines Erachtens nach (und das nicht nur, weil es in der Bibel steht…) ist dies die einzige Möglichkeit für den Leib Christi und die Menschheit insgesamt, viele Menschen ausreichend zu versorgen. Genau so hat Gott sich das meines Erachtens auch gedacht.

Jeglicher Segen ist nicht für eine einzelne Person gedacht, sondern für den Leib Christi und andere Bedürftige. Wenn diese Leute sich auf diese Weise bereichern, stört mich das aus mehreren Gründen so extrem:

  1. Die Leute haben dem Dienst das Geld gegeben, damit dieser weiter existieren kann & anderen helfen kann. Wenn die Leiter (und evtl. Andere) sich auf diese Weise bereichern, missbrauchen Sie diese Spenden.
    ( Zugegebenermassen geben manche Leute auch Geld, um den Dienst und deren Leiter zu segnen (= bereichern), damit Sie selber auch gesegnet werden (laut Wohlstandsevangeliums-Lehre). Die Spenden dieser Personen werden in dem Sinne natürlich nicht missbraucht. )
  2. Leuten wird ein finanzieller Segen versprochen, wenn Sie spenden. Abgesehen davon, daß nirgendwo in der Bibel ein finanzieller Segen für eine finanzielle Spende (= Saat) versprochen wird, ist meines Erachtens hier die Ausrichtung schon total verkehrt. Das ist auch der Grund, warum der versprochene Segen i.d.R. nicht eintrifft. Wenn man Spendenaufrufe macht, mit dem Ziel, daß der eigene Dienst und die Leute eine reiche Ernte erhalten, dann geschieht dies nicht zum Wohle von Gottes Reich sondern zum Wohle des eigenen Dienstes und der individuellen Personen. Jesus selber ging es aber niemals um das Eine oder das Andere.
  3. Es ist Diebstahl am Reich Gottes, Spenden auf diese Weise zu nutzen. Das Reich Gottes wird sicherlich nicht dadurch gebaut, daß Prediger in Privat-Jets für 40000$ nach Hawaii fliegen.
  4. Man merkt den Predigern durch Ihren exzessiven Lebensstil an, daß Sie sich nicht für das Reich Gottes interessieren. Unter anderem sollen wir ja die Armen, Witwen und Waisen unterstützen. Sie sind weder Vorbilder noch belehrbar in diesen Punkten. Als Leiter scheiden Sie dadurch eigentlich aus, außerdem sind sie dann die Heuchler, die Jesus als Schlangenbrut usw. beschimpft hat.

Eine Anmerkung zwischendurch: Ich habe nichts dagegen, wenn manche Christen etwas mehr Geld haben, als Andere. Von mir aus können manche sogar reich sein. ABER das darf nicht durch die (dafür nicht gedachten) Spenden von anderen Gläubigen geschehen! Wenn jemand als Christ durch Arbeit wohlhabend / reich ist, ist das ok, solange er sein Geld/Besitz zumindest teilweise ins Reich Gottes investiert (bzw. man merkt, daß er nicht dem Mammon dient). Aber alles hat seine Grenzen. Und wenn jemand auf Kosten seines Dienstes eine 3200m² Villa bauen lässt, ist meine Toleranz-Grenze weit überschritten.

Kein Wunder, daß der Leib Christi in einem so schlechten Zustand ist, daß die Menschen uns nicht leiden können oder sogar hassen usw. Durch Spenden bereichern geht ÜBERHAUPT NICHT im Reich Gottes! "Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott und dem Geld dienen." (Mt. 6,24) Um einmal Paul Washer zu zitieren: "Und dann rufen diese Dienste auf ‘Bitte spendet für uns, wenn ihr nicht spendet, dann gehen wir unter!’ – Dann geht unter! Wenn Gott hinter diesem Dienst steht, wird er Euch versorgen. Auch ohne daß ihr Aufrufe macht." Mein Ergänzung dazu ist nur diese: Gemäß Jesu Leben, ist ein christlicher Dienst, hinter dem Gott nicht (mehr) steht, nicht wert, zu existieren. Entweder Gott ist in dem Dienst und er wird von Gott versorgt oder nicht. Und wenn der Dienst nach einer Weile untergeht: Na und?!

Gott ist souverän. Gott ist das Ziel. Gott ist das Zentrum. Gott ist der Weg. Gott ist die Versorgung. Amen.

Der Unterschied zwischen Kirche/Gemeinde und Leib Christi

Immer wieder stoße ich auf den Irrglauben die Kirche/Gemeinde ist identisch mit dem Leib Christi. Es wird häufig einfach angenommen, daß alle Leute, die in eine Kirche/Gemeinde gehen auch zum Leib Christi gehören und somit in den Himmel kommen.

Dieser Gedanke ist allerdings aus verschiedenen Gründen nicht einfach nur verkehrt, sondern auch gefährlich.

Fangen wir mit einer Definition beider Begriffe an:

  • Kirche/Gemeinde: Eine Institution/Vereinigung von Menschen, die in irgendeiner Form den Glauben an Jesus Christus als (mehr oder weniger) zentralen Punkt haben. Häufig ist der zentrale, erkennbare Punkt einer Kirche/Gemeinde der Gottesdienst (meistens) am Sonntag und evtl. noch ein paar humanitäre Dienste.
  • Leib Christi: Menschen, die Ihr Leben an Gott übergeben haben und als Ziel haben, gottgefällig zu leben. Sie besitzen nicht unbedingt Gebäude oder andere Besitze als leicht erkennbare Identifikation für Ungläubige. Sie sind mehr als geistliche Gruppierung zu verstehen, die durch ihr gemeinsames Ziel und regelmäßige Versammlungen (nicht zwangsweise Sonntag 10 Uhr…) versuchen, das Reich Gottes auf Erden aufzurichten.

Wieso sind diese Menschengruppen denn nun nicht identisch? Eigentlich ist dies relativ einfach. Man kann (in den meisten deutschen Kirchen/Gemeinden sogar dauerhaft) in eine Kirche/Gemeinde gehen und sogar Mitglied werden ohne sich an Lukas 14,33 zu halten.
Lukas 14, 33 So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.
Hingegen ist es unmöglich, zum wahren Leib Christi zu gehören und sich nicht an Lukas 14,33 zu halten. Jesus sagt selber, daß es solche Leute geben wird, diese aber nicht in sein Reich kommen werden. Umgekehrt steht nirgendwo, daß jemand, der keiner Kirche/Gemeinde angehört nicht in sein Reich kommt.

Jesus ging auf dieses Thema in der Bergpredigt ein und zwar noch schärfer, als ich dies hier tue:
Matth. 7, 21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? 23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!
Jesus sagt hier nicht nur, daß es Leute geben wird, die ohne Glauben oder aktives Leben als Christ in die Gemeinde gehen. Er sagt, daß es sogar Leute geben wird, die aktiv für ihn etwas tun werden, sie werden sogar prophezeien und Dämonen austreiben! Das heißt, daß diese Personen entweder den Heiligen Geist haben oder beides ohne Heiligen Geist tun – jedenfalls kennt Jesus sie nicht aus einer persönlichen Beziehung. Die Leute sind darüber anscheinend verwundert, Jesus hat (was das Bild über Jesus von manchen Leuten vielleicht etwas erschüttert) aber noch nicht einmal Mitleid mit diesen Leuten. Er reagiert ähnlich, wie ein Türsteher an einer Disko, völlig gnadenlos und kühl.
Jeder von uns ist also aufgefordert, eine Beziehung zu Jesus aufzubauen und andere gegebenenfalls dazu zu ermuntern. Ansonsten…

Wenn man sich mit diesem Wissen nun mal verschiedene Kirchen und Denominationen anguckt, wird man feststellen, daß der prozentuale Anteil des Leibes Christi innerhalb der jeweiligen sehr unterschiedlich sein kann. Z.B. kann es in der Pfingstler-Denomination ziemlich schwanken, generell schätze ich den Anteil aber wesentlich höher ein, als bei der evangelischen Kirche. Meiner persönlichen Meinung nach hat die katholische Kirche (und davon stammende div. orthodoxe Kirchen) den mit Abstand geringsten prozentualen Anteil des Leibes Christi in ihren Reihen.

Ein weiterer Punkt ist, daß es leider auch erstaunlich viele Leute in der Kirche/Gemeinde gibt, die zwar mal ein Bekehrungsgebet gesagt haben, aber noch nicht mal (wie die Gruppe aus Mat.7,21) danach lebt. Diese Leute denken, es ist möglich und ausreichend einmal ein Gebet zu sprechen, um dann in den Himmel zu kommen. Dem steht aber 2.Kor. 13,5 entgegen:
2. Kor. 13, 5 Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr unecht wärt!
Man kann also den Glauben verlieren – und somit seine Erlösung. Wäre es nicht möglich, würde Paulus hier nicht schreiben, man soll sich selber überprüfen, ob man noch in Christus ist – logisch.

Was fängt man nun mit dieser Erkenntnis an? Man sollte zuallererst ins Gebet gehen, denke ich. Gott wird uns höchstwahrscheinlich zu einer dieser beiden Möglichkeiten auffordern:

  1. Die Kirche/Gemeinde immer mehr zum Leib Christi werden machen.
  2. Sich auf den Leib Christi konzentrieren und in diesem aktiv werden. (Nein, ich rede nicht davon, aus der Kirche/Gemeinde auszutreten!)

Laßt uns also beten und um Gnade bitten, daß wir zu wahren Jüngern werden und andere dazu anleiten können.

Wenn Jesus die Gemeinde betreiben würde

Ich habe das hier gerade auf dem Blog von Leonard Jones gelesen:

Wenn Diener/Ordner die Gemeinde betreiben würde, würden sich unsere Versammlungen nur um’s dienen drehen, ohne viel Anbetung oder Predigen. Wenn Evangelisten die Gemeinde betreiben würden, wäre nicht viel Tiefe in den Leuten. Wenn Prediger die Gemeinde betreiben würden, würde es 25 Minuten Lobpreis und 75 Minuten Predigen geben. Wenn Anbetungsleiter die Gemeinde betreiben würden, würde es 75 Minuten Anbetung und 25 Minuten Predigen geben. Wenn Jesus die Gemeinde betreiben würde, dann hätten wir bis jetzt die Welt übernommen. Was sagst du, geben wir ihm eine Chance?

Leonard Jones, 20.04.2010

Wie wahr ist das. Leider werden die meisten Gemeinden nicht von Jesus betrieben, sondern von Menschen.
Danke, Gott, daß du das ändern wirst.



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